Fußball für Integration: SC Aleviten Paderborn schafft Verständnis und Zusammenhalt

Fußball für Integration: SC Aleviten Paderborn schafft Verständnis und Zusammenhalt

Beim SC Aleviten Paderborn finden Geflüchtete aus aller Welt eine Heimat in der Fremde. Das Besondere: Den Vereinsmitgliedern geht es um mehr als nur Fußball spielen. Sie binden die Geflüchteten aktiv in ihre Vereinsaktivitäten ein, bieten ihnen lebensnahe Unterstützung (z. B. bei Behördengängen) und helfen bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Job. Für ihre Integrationsbemühungen wurden die Ehrenamtlichen des Sportvereins bereits mehrfach ausgezeichnet. Seit 2021 beteiligt sich der #scalevitenpaderborn mit einer eigenen Mentoring-Gruppe am NesT-Programm.

„Fußball ist eine Sprache, die auf der ganzen Welt gesprochen wird. Die Regeln sind weltweit bekannt und auch wenn man nicht dieselbe Muttersprache spricht, kann man trotzdem durch den Fußball zueinander finden. Das Fußballspiel schweißt uns zusammen“, sagt Tobias Kunhold. Der Trainer des SC Aleviten Paderborn ist einer der NesT-Mentoren von Ardo, Aisha, Ahmed, Abdullahi und Fadumo.

Verani Kartum kam als 7-Jähriger aus der Türkei nach Deutschland. Als sogenanntes „Gastarbeiterkind“ blieb er anfangs oft außen vor. Doch dann fing er an, Fußball zu spielen. Heute sagt er: „Fußball braucht nicht viele Worte, es reicht, gemeinsam zu spielen. Im Verein lernte ich schnell die Gepflogenheiten der Deutschen kennen und vor allem die Alltagssprache. Man kann sagen, ich wurde durch den Fußball integriert.“ Um auch anderen diesen Zugang zu ermöglichen, gründete er im Jahr 2012 den SC Aleviten Paderborn.

Der Vereinsgründer setzt sich unermüdlich für verbesserte Rahmenbedingungen der Integration ein. Für ihn gehört das intensive Werben für Toleranz gegenüber geflüchteten Menschen, über den Verein hinaus, dazu. „Mit jeder Erfolgsgeschichte verstummen ein paar Zweifelnde. Über Vorbilder bauen wir Brücken der Verständigung, die Geflüchtete und Deutsche einander näherbringen.“

Hier: Verani Kartum

Angela Kartum hat sich vom Engagement ihres Mannes Verani anstecken lassen. „Früher habe ich ein bisschen mit unseren Kindern gekickt – mehr aber auch nicht.“ Heute übt Angela ihr Ehrenamt im Verein in Vollzeit aus. „Der Umgang mit den Geflüchteten, aber auch der enge Kontakt mit Ardo und ihren Kindern hat mich wachgerüttelt. Ich kann mich viel besser in Situationen reinfühlen und dabei die Perspektive wechseln: Was würde mir denn in einer bestimmten Situation helfen? Welche Unterstützung würde ich mir von außen wünschen? Wie könnte ich an ihrer Stelle dieses Problem angehen? Das macht viel mit mir.“

Wenn ein Tor fällt, haben viele daran mitgewirkt. Als Stürmerin trägt Angela zum Zusammenhalt auf dem Fußballplatz bei und bereitet in taktischer Hinsicht den Sieg vor. Mit Ausdauer und viel Geduld für die Bedürfnisse der Geflüchteten sowie den Herausforderung der Integration treibt sie die Aktivitäten des Vereins voran und wirbt auf diese Weise für Verständnis, auch im gegnerischen Feld.

„Was das Schöne am Fußball ist? Auf dem Platz begegnen sich Arme und Reiche, Menschen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen, sie können einander während des Spiels nicht ignorieren. Durch Körperkontakt auf dem Platz und Begegnungen am Spielfeldrand, in den Kabinen oder am Würstchenstand werden Vorurteile abgebaut. Die Verbindung von Sport und dem NesT-Programm ermöglicht es in besondere Weise, hartnäckige Integrationsbarrieren einzureißen.“

Verani Kartum gründete 2012 den SC Aleviten Paderborn – mit dem Ziel, dem Rassismus in unserer Gesellschaft und der Diskriminierung von Geflüchteten, Menschlichkeit und Verständnis entgegenzusetzen. Für sein Engagement wurde der Paderborner Verein schon mehrfach ausgezeichnet.